Musik für Männerstimmen und vier Hörner
amarcord:
Wolfram Lattke, Martin Lattke, Tenor, Frank Ozimek, Bariton, Daniel Knauft, Holger Krause, Bass
Deutsches Horn Ensemble (auf Originalinstrumenten):
Christoph Moinian, Joaquim Palet, Oliver Kersken, Stefan Oetter
Franz Schubert Nachtgesang im Walde D. 913 (Text von J.G. Seidl)
für vier Männerstimmen und Hornquartett (6:20)
Felix Mendelssohn-Bartholdy Der Jäger Abschied (Josef von Eichendorff)
für vier Männerstimmen und vier Hörner (2:17)
Wasserfahrt (2:16)
aus Sechs Lieder für vierstimmigen Männerchor op. 50
Zigeunerlied (1:34)
Im Süden (2:18)
aus Vier Lieder für vierstimmigen Männerchor op. 120
Carl August Hänsel Quatuors originaux op. 75
(1799-ca. 1885) pour quatre cors chromatique in F
Allegro vivace (3:30)
Andante con moto (1:21)
Moderato (2:04)
Adagio (4:20)
Allegro (1:23)
Allegro risoluto (2:38)
Adagio religioso (3:34)
August Horn Waldllied op. 26 (Text Wilhelm Duncker)
( um 1866) für Männerchor und vier Hörner (2:18)
PAUSE
Robert Schumann Jagdlieder op. 137
für Männerchor und Hornquartett
1. Zur hohen Jagd (3:40)
2. Habet Acht! (1:00)
3. Jagdmorgen (1:45)
4. Frühe (1:38)
5. Bei der Flasche (1:38)
Rastlose Liebe (2:28)
Die Minnesänger (1:24)
Frühlingsglocken (4:00)
aus Sechs Lieder für vierstimmigen Männerchor op. 33
Ferdinand Hummel Waldwanderung op. 48
(1855-1928) Sechs Stücke für vierstimmigen Männerchor und vier Hörnern
1. Sehnsucht nach dem Walde (Volkslied) (4:19)
2. Wanderlied (Ludwig Tieck) ??
3. Waldlied (W. Kritzinger) (1:35)
4. Waldrast (P. Willatzen) (3:00)
5. Das Waldhorn (Volkslied) (1:48)
6. Abschied vom Wald (Volkslied) (2:40)
Karl Goldmark Meeresstille und glückliche Fahrt
(1830-1915) für vierstimmigen Männerchor und vier Hörner (3:49)
Auf der Suche nach dem verlorenen Klang
„Sei uns stets gegrüßt, oh Nacht“ – so lautet die erste Zeile aus dem vielleicht berühmtesten Werk für Männerchor und vier Hörner, dem „Nachtgesang im Walde“, uraufgeführt am 22. April 1827. Schubert hatte für die Konzerte der berühmten „Gesellschaft der Musikfreunde“, die immer Donnerstags an unterschiedlichen Orten veranstaltet wurden, eine Reihe von Chören geschaffen, häufig a cappella, zum Teil aber auch mit ganz unterschiedlicher instrumentaler Begleitung. Diese Chöre wurden damals gewöhnlich nicht im Chor, sondern solistisch gesungen. Angestoßen durch die berühmte Zelterschen Liedertafel, die 1809 in Berlin von Carl Friedrich Zelter ins Leben gerufen worden war, kam der Männerchor im 19. Jahrhundert mehr und mehr in Mode.
Der „Nachtgesang“ stellt mit der Verwendung von vier Hörnern einen Einzelfall in Schuberts Schaffen dar. Neben Schumanns Jagdliedern op. 137 hat er sich im heutigen Repertoire als einzige Komposition erhalten. So erwies es sich als spannend und überraschend, dass bei der Recherche zu einem Programm mit Männerchor und Hörnern eine ganze Reihe von Werken in dieser oder ähnlicher Besetzung auftauchte, und es ist bemerkenswert, dass neben vielen Kleinmeistern des 19. Jahrhunderts auch Namen wie Bruckner, Goldmark und Liszt mit Werken für diese Besetzung vertreten sind. Spannend ist aber nicht nur die Auseinandersetzung mit einem verschütteten Repertoire, sondern auch der genaue Nachvollzug aufführungspraktischer Aspekte, stellt doch das 19. Jahrhundert für das Horn eine Zeit der großen instrumententechnischen Entwicklung dar. Das klassische Naturhorn wurde durch die Entwicklung der Ventile ergänzt und später auch verdrängt. Naturhorn und Ventilhorn existierten in der Praxis aber eine lange Zeit nebeneinander her, und gerade das frühe Ventilhorn entfaltet mit seinen vielen Entwicklungsstufen eine Klangwelt, die noch weit vom Klang heutiger moderner Orchesterhörner entfernt ist.